Euregio

Eine Euregio ist ein grenzüberschreitender Kooperationsverbund. Euregios gibt es in ganz Europa, im niederländisch/belgisch/deutschen Grenzgebiet gibt es die folgenden Euregios:

Eine Euregio hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Partnern beiderseits der Grenze zu verbessern. Diese Zusammenarbeit findet auf Gebieten wie Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Infrastruktur, Verkehr, Umwelt und Natur, Sprache und Kultur, öffentliche Sicherheit, soziale Netzwerke oder Gesundheitswesen statt.

Mitglieder der Euregio sind Städte und Gemeinden, regionale Gebietskörperschaften wie z.B. Kreise sowie öffentlich-rechtliche Organisationen wie etwa Wirtschaftskammern.

Eine Euregio wird von einem Euregiorat gelenkt, dem politischen Organ einer Euregio. Eine Euregio-Geschäftsstelle bereitet die Beschlüsse vor und führt sie aus. Sie ist auch die Kontaktstelle für Bürger bei grenzüberschreitenden Fragen.

De Euregio Rhein-Waal

1. Wer arbeitet in dieser Euregio mit wem zusammen?
2. Geographische Lage
3. Ziele und Aufgaben
4. Wirtschaftsstruktur
5. Organisation
6. Geschichte

Wer arbeitet in dieser Euregio mit wem zusammen?
Bei der Euregio Rhein-Waal handelt es sich um einen Zusammenschluss von 51 Gebietskörperschaften (Städte, Gemeinden und Kreise) und regionalen Organisationen (wie z.B. die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer oder die Kamer van Koophandel voor Centraal Gelderland) im niederländisch-deutschen Grenzgebiet zwischen Arnheim, Nimwegen, Kleve, Wesel und Duisburg. Die Kamer van Koophandel und die Industrie- und Handelskammer vertritt die Interessen der Unternehmen in der Region.

Geographische Lage
Geographisch ist die Euregio Rhein-Waal durch die günstige Lage zwischen der Randstad Holland im Nordwesten und dem dicht bevölkerten Rhein-Ruhr-Gebiet im Südosten sowie durch eine gut ausgebaute Infrastruktur gekennzeichnet: So führt eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, der Rhein, durch diese Region. Sie verbindet die internationalen Seehäfen Rotterdam und Amsterdam mit dem größten Binnenhafen der Welt: Duisburg. Drei Autobahnen verlaufen durch das Gebiet der Euregio, die die Niederlande direkt mit Deutschland verbinden. Eine internationale Eisenbahnlinie von Amsterdam nach Köln führt ebenfalls über das Gebiet der Euregio Rhein-Waal. An der Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere Buslinien, wird gearbeitet. Das Arbeitsgebiet der Euregio hat eine Größe von 4.000 km2 und umfasst die Region um Arnheim, Nimwegen, Nordost-Brabant und Nord-Limburg auf niederländischer Seite der Grenze sowie die Kreise Kleve und Wesel sowie die Stadt Duisburg auf deutscher Seite. Insgesamt leben etwa 2,5 Millionen Menschen in dieser Grenzregion.

Ziele und Aufgaben
Das Ziel der Euregio ist die weitere Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes und die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet. Man möchte, so heißt es in der Einleitung des Kooperationsstatuts, "alle Maßnahmen für die Festigung und Entwicklung der Beziehungen zwischen den Gebieten auf beiden Seiten der Grenze aufeinander abstimmen und Vereinbarungen treffen, um Probleme in diesem Bereich zu lösen."
Die wichtigsten Aufgaben der Euregio bestehen darin,

  • über die Politiken der niederländischen und deutschen Mitglieder zu beraten und sie aufeinander abzustimmen,
  • die Interessen der Grenzregion und seiner Bewohner auf nationaler und europäischer Ebene zu vertreten,
  • Bürger, Institutionen und Unternehmen bei deutsch-niederländischen Kontakten, Aktiviäten und Fragen zu beraten und zu unterstützen,
  • grenzüberschreitende Projekte zu entwickeln, zu begleiten und durchzuführen,
  • Informationen zu grenzüberschreitenden Themen zu verbreiten,
  • europäische Programme für die Grenzregionen zu koordinieren.

Bei Bedarf setzt der Euregiorat (siehe Organisation) Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen ein. Es gibt Arbeitsgruppen für "Soziales, Sport und Kultur", "Wirtschaftsstruktur", "Freizeit und Tourismus" sowie "Berufsbildung und Arbeitsmarkt". Diese Arbeitsgruppen haben eine beratende Funktion. Der Euregiorat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden für die Arbeitsgruppe.

Wirtschaftsstruktur
Die Wirtschaftsstruktur der Euregio wird auf beiden Seiten der Grenze von kleinen und mittelständischen Unternehmen dominiert. Die Euregio Rhein-Waal besitzt eine sehr differenzierte Wirtschaftsstruktur. Während die Gebiete entlang der Grenze stark von der Landwirtschaft geprägt sind (auf deutscher Seite handelt es sich dabei vor allem um Viehwirtschaft, auf niederländischer Seite um Gartenbau und Gewächshauskultur), ist im Knotenpunkt Arnheim-Nimwegen der Dienstleistungssektor am stärksten vertreten. Auf der deutschen Seite der Grenze, vor allem im Gebiet Duisburg / Wesel, spielt die Industrie eine herausragende Rolle. Die Stadt Duisburg ist, durch seinen Binnenhafen, ein wichtiges regionales Zentrum für Transport und Logistik.

Geschichte
Die Geschichte der Euregio Rhein-Waal reicht bis in die 1960er Jahre zurück. Auf Initiative der Belangengemeenschap Gelders Rivierengebied, der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer in Duisburg sowie der Stadt Emmerich kam es 1963 zu ersten Gesprächen, die 1969 zur Gründung einer "Deutsch-Niederländischen Arbeitsgruppe für das Rheingebiet" führten. Zwei Jahre später wurde die "Arbeitsgruppe für die deutsch-niederländischen Rheingrenzgebiete Region Rhein-Waal" ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe beschloss 1976 die Institutionalisierung der, wie sie bis vor einigen Jahren noch hieß, "Region Rhein-Waal". Die offizielle Gründung durch den Euregiorat fand im Jahre 1978 statt. Am 1. Januar 1993 wurde, als wichtiges überregionales Zentrum der Region, die Stadt Duisburg Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Am 7. Juli 1993 kam es zur Umwandlung der Euregio Rhein-Waal von einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft in eine öffentlich-rechtliche deutsch-niederländische Körperschaft, nämlich einem regionalen Kooperationsverbund. Finanziell wird die Euregio vom niederländischen Staat, der Provinz Gelderland, dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union unterstützt.

Organisation
Das höchste politische Organ der Euregio Rhein-Waal ist der mit 120 Personen besetzte "Euregiorat", in dem sowohl die bei der Euregio angeschlossenen Mitglieder - d.h. Städte und Gemeinden sowie Vertreter regionaler Organisationen wie die Industrie- und Handelskammer, die Kamer van Koophandel oder die Kreise Kleve und Wesel - ihren Sitz haben.
Für die Umsetzung der Beschlüsse des Euregiorats ist der siebenköpfige Vorstand bzw. die mit Deutschen und Niederländern besetzte Geschäftsstelle der Euregio verantwortlich, die aus einem Geschäftsführer sowie 12 Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen besteht und im Haus Schmithausen in Kleve ihren Sitz hat.